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Montag, 30. Juni 2008

Gefährliche Schneefelder lauern im Gebirge

Der Alpenverein warnt und rät zur Vorsicht

Innsbruck - Zu Sommerbeginn finden Bergwanderer in höher gelegenen Regionen noch zahlreiche Schneefelder vor. Das Risiko, dabei abzustürzen wird vielfach unterschätzt, warnt der Alpenverein.

Altschneefelder sind gefährliche Fallen

Weniger der Winter, vielmehr der Witterungsverlauf im Frühling und die verzögerte Schneeschmelze sind dafür verantwortlich, dass Bergwege oberhalb der Waldgrenze vielerorts noch von Schneefeldern bedeckt sind. Für Bergwanderer können diese harten Altschneefelder zur gefährlichen Fall werden. Dabei liegt das eigentliche Problem darin, dass Viele die Gefahr des Absturzes gar nicht erkennen oder völlig unterschätzen. Mit schwersten oder tödlichen Verletzungen enden diese alles andere als lustigen Rutschpartien immer dann, wenn das Schneefeld in felsdurchsetztes Gelände oder gar in eine Steilabbruch mündet.

Rutschgeschwindigkeiten werden häufig unterschätzt
"Dass bereits mäßig geneigte Hänge von 30 Grad ein Absturzrisiko bergen, ist für sehr viele Berggeher nicht offensichtlich. Es ist gerade das Nichterkennen dieses Risikos, das Schneefelder häufig zur Falle werden lässt", so Michael Larcher, Bergführer und Sicherheitsexperte des Alpenvereins. Unterschätzt werde vielfach die Geschwindigkeit, die man bereits nach kurzer Rutschstrecke erreicht. Dabei weiß man aus Versuchen bereits seit geraumer Zeit, dass die Rutschgeschwindigkeit bei einem ca. 40 Grad steilen, harten Firnhang bereits 98 % der freien Fallgeschwindigkeit erreicht. Dabei spielt - entgegen der landläufigen Meinung - auch die Art der Bekleidung keine große Rolle. Das heißt, auch Kleidung mit rauer Oberfläche ändert wenig an der hohen Beschleunigung, wenn man auf hartem Firnschnee stürzt oder ausrutscht.

Immer Informationen über die Verhältnisse einholen

Gutes Schuhwerk und die richtige Bewegungstechnik sind ein Muss

Neben einer gewissenhaften Planung ist bergtaugliches Schuhwerk eine wichtige Voraussetzung. Noch wichtiger sei allerdings die richtige Bewegungstechnik, also das richtige Gehen und das richtige Reagieren, wenn man ausrutscht. Dann gilt es, sich sofort in die Bauchlage zu drehen und mit den abgespreizten Armen und Beinen zu bremsen, noch bevor die Geschwindigkeit so groß ist, dass sie nicht mehr kontrolliert werden kann.

Stöcke können zwar eine Hilfe sein, das Gleichgewicht zu halten, sicher begehbar werden Altschneefelder dadurch allerdings nicht. Die adäquate Ausrüstung - so der Bergführer - wären Steigeisen und Pickel, aber die gehören normalerweise nicht zur Ausrüstung von Bergwanderern. Und natürlich müsste auch der richtige Umgang mit diesen Ausrüstungsgegenständen zuerst geübt werden.

Freitag, 19. Oktober 2007

Gütesiegel für zwei Alpenvereinshütten

Wasser- und Energiesparen sowie Abfallvermeidung und -entsorgung

Vorbildlich bewirtschaftete Schutzhütten werden vom Alpenverein mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet. Heuer sind dafür die Lizumer Hütte und das Otto-Kandler-Haus nominiert.

Das Umweltgütesiegel für Schutzhütten erfordert die Erfüllung strenger Umweltauflagen, die von einer Jury gewissenhaft geprüft werden. Zu diesen Kriterien zählen Energiesparmaßnahmen, der Einsatz umweltfreundlicher Energieträger, wassersparende Maßnahmen, Abfallvermeidung und -entsorgung sowie eine saubere Hüttenumgebung.

Sektionen Hall und St. Pölten

Diese strengen Auflagen wurden heuer von zwei weiteren Hütten erfüllt. Auf der Jahreshauptversammlung des Alpenvereins am Wochenende in Bad Hofgastein erhalten das Umweltgütesiegel die Sektion Hall für die Lizumer Hütte Hütte (2.019 m - Tuxer Alpen/Pächter Josef Partl) und die Sektion St. Pölten für das Otto-Kandler-Haus (1.195 m - Türnitzer Alpen/Pächter Johannes Jansch).

29 ausgezeichnete Hütten seit 1994

Bisher wurde 29 österreichischen Schutzhütten das Umweltgütesiegel verliehen. Das Otto-Kandler-Haus ist die erste niederösterreichische Hütte mit einer solchen Auszeichnung. Die Kriterien sowie die Fakten zu allen Hütten sind in der Broschüre "Hütten mit Umweltgütesiegel" nachzulesen. Sie ist gratis beim Alpenverein erhältlich oder kann unter www.alpenverein.at/portal/Huetten/Standards/Huetten_mit_Umwelt guetesiegel.pdf heruntergeladen werden.

Der Alpenverein ist mit 330.000 Mitgliedern der größte Bergsportverein Österreichs und hinter dem Deutschen Alpenverein der zweitgrößte Alpinverband weltweit:

- 22.000 Mitarbeiter und Funktionäre;
- 1,3 Millionen ehrenamtlichen Arbeitsstunden pro Jahr;
- 16.000 Veranstaltungen österreichweit in 196 Sektionen;
- 241 Schutzhütten, 14.000 Schlafplätze;
- jährlich 1 Million Besucher, größter Beherbergungsbetrieb
Österreich;
- Betreuung von 40.000 km Wanderwegen.

Damit leistet der Alpenverein einen wesentlichen Teil zum Sommer- und Alpintourismus, aus dem die Tourismuswirtschaft immerhin jährlich 1 Mrd. Euro lukriert.

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